Eine der häufigsten Erkrankungen der endokrinen Drüsen und die häufigste Stoffwechselerkrankung ist Diabetes. Sie wird als chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel beschrieben, der durch eine verminderte Insulinsekretion oder verschiedene andere gegenregulierende Mechanismen hervorgerufen werden kann.
Die häufigste Komplikation von Diabetes ist die diabetische Neuropathie, auch diabetische Polyneuropathie genannt. Als diabetische periphere Neuropathie bezeichnet man die Schädigung der Nerven in Händen und Beinen. Diese Diabeteskomplikation kann sowohl Menschen mit Typ-1- als auch mit Typ-2-Diabetes betreffen.
An beiden Beinen tritt sie oft symmetrisch auf.
Je nachdem, wie das Nervensystem betroffen ist, gibt es verschiedene Arten von diabetischer Neuropathie, darunter Mononeuropathie, die nur einen Nerv betrifft, autonome Neuropathie, die typischerweise Herz, Blutgefäße, Verdauungssystem und Harnsystem betrifft, sowie distale sensorische und motorische Neuropathie.
Nervenprobleme können bei Diabetikern jederzeit auftreten. Innerhalb der ersten zehn Jahre nach einer Diabetesdiagnose kann eine signifikante klinische Neuropathie auftreten, und die Wahrscheinlichkeit, eine Neuropathie zu entwickeln, steigt mit der Dauer des Diabetes.
Ursachen
Obwohl die genaue Ursache der diabetischen Neuropathie noch unbekannt ist, spielen wahrscheinlich mehrere Faktoren eine Rolle. Chemische Veränderungen in den Nerven sind eine Folge der diabetesbedingten hohen Blutzuckerwerte.
Diese Veränderungen verringern die Fähigkeit des Nervs, Impulse zu senden. Die Blutgefäße, die die Nerven mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, werden ebenfalls durch hohe Blutzuckerwerte geschädigt.

Zusätzlich können einige Personen aufgrund erblicher Faktoren, die wahrscheinlich nicht mit Diabetes zusammenhängen, anfälliger für Nervenerkrankungen sein.
Eine längere Dauer anhaltend erhöhter Blutzuckerwerte führt zu diabetischer Neuropathie.
Nervenschäden können auch durch andere Quellen verursacht werden, wie z.B.:
Hohe Cholesterinwerte können Blutgefäße schädigen,
Lebensstilentscheidungen (Alkohol oder Rauchen),
mechanische Verletzungen.
Symptome
Patienten berichten von Kribbeln, Brennen, Krämpfen und nächtlichen Schmerzen, die typischerweise die Unterschenkelmuskulatur betreffen, aber auch die Unterarme betreffen können. An den Extremitäten ist häufig ein milderes Wärme- und Berührungsempfinden in Form von "Socken" und "Handschuhen" vorhanden. Im Gegensatz zur peripheren
arteriellen Verschlusskrankheit, bei der Beschwerden beim Gehen auftreten, ist es bei diabetischer Neuropathie normal, dass die Symptome in Ruhe, insbesondere nachts, schlimmer sind. Die Beschwerden sind inzwischen geringer.
Das Spektrum der Symptome ist breit gefächert, von gar keinen Symptomen bis hin zu unerträglichen Schmerzen, die den Patienten nachts wach halten. Patienten klagen häufig darüber, dass sie nachts aufstehen und spazieren gehen müssen.
Die typischsten Anzeichen sind:
ein taubes Gefühl in den Beinen
Probleme mit der Berührungsempfindlichkeit
verminderte Temperatur- und Schmerzempfindung
brennendes Gefühl
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, Beschwerden zu lindern und zukünftige Gewebeschäden zu verhindern. Der erste Schritt ist die Kontrolle des Blutzuckers durch Ernährung, orale Medikamente oder Insulinjektionen, falls erforderlich, und durch sorgfältige Überwachung der Blutzuckerwerte.
Ein niedriger Blutzuckerspiegel hilft, die Schmerzen oder den Gefühlsverlust, die eine Neuropathie verursachen kann, umzukehren, auch wenn sich die Symptome zunächst manchmal verschlimmern können, während der Blutzucker unter Kontrolle ist. Zusätzlich kann eine gute Blutzuckerregulierung
dazu beitragen, spätere Probleme zu verhindern oder zu verzögern.
